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Vertrag aufsetzen: schreiben, unterschreiben, Beweis sichern

Vertrag aufsetzen Schritt für Schritt: wann Antrag und Annahme binden, wann § 126 BGB Schriftform verlangt, welche Klauseln nötig sind und wie Sie signieren.

Vertrag aufsetzen: Eine Unternehmerin liest an ihrem Schreibtisch die letzte Seite des gedruckten Vertrags, bevor sie unterschreibt

Vertrag aufsetzen: die kurze Antwort

Einen Vertrag aufsetzen heißt, schriftlich festzuhalten, wer wem was wofür bis wann schuldet, und zwar so klar, dass ein Fremder es durchsetzen könnte. Rechtlich braucht es dafür zwei übereinstimmende Willenserklärungen (Antrag und Annahme), Geschäftsfähigkeit auf beiden Seiten und einen erlaubten Inhalt. Das ist der juristische Kern, wenn Sie in Deutschland einen Vertrag aufsetzen. Der Rest ist Handwerk, und am Handwerk scheitern die meisten Deals.

Wer wissen will, wie man einen Vertrag schreibt, hat meist einen Dienstleistungs-, Kauf- oder Freelancer-Auftrag vor sich. Dieser Ratgeber folgt der Reihenfolge der Arbeit: die rechtliche Prüfung, acht Schritte zum Entwurf, die Klauseln, die Unterschrift und das, was danach kommt. Kein Interesse an einem leeren Blatt? Die Vorlagenbibliothek von Chaindoc enthält Dienstleistungs-, NDA-, Arbeits-, Lieferanten-, Webentwicklungs- und Mietverträge, die Sie im Browser bearbeiten.

Wann ein Vertrag wirksam zustande kommt

Ein Vertrag ist ein Versprechen, das das Recht durchsetzt. Das BGB kennt dafür kein Schema wie "die fünf Elemente", aber fünf Dinge müssen zusammenkommen:

  • Antrag (§ 145 BGB). Eine Seite bietet bestimmte Bedingungen an: was, wie viel, bis wann. "Ich gestalte Ihre Website für 4.000 €, Lieferung bis 1. März" ist ein Antrag. "Lassen Sie uns mal zusammenarbeiten" ist keiner.
  • Annahme. Die andere Seite stimmt den Bedingungen so zu, wie sie dastehen. Wer in der Antwort den Preis ändert, nimmt nicht an: Nach § 150 Abs. 2 BGB gilt das als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag, und der erste ist erledigt.
  • Geschäftsfähigkeit. Kinder unter sieben Jahren und Menschen in einem Zustand, der die freie Willensbestimmung ausschließt, können keine wirksame Erklärung abgeben (§§ 104, 105 BGB). Ein Vertrag mit einem Minderjährigen ohne Einwilligung der gesetzlichen Vertreter hängt von deren Genehmigung ab (§ 108 BGB). Wer für eine Firma unterschreibt, braucht außerdem Vertretungsmacht.
  • Erlaubter Inhalt: Ein Vertrag gegen ein gesetzliches Verbot (§ 134 BGB) oder gegen die guten Sitten (§ 138 BGB) ist nichtig, wie sauber er auch formuliert ist.
  • Einigung über alles Wesentliche. Solange die Parteien nicht alle Punkte geklärt haben, über die auch nur eine Seite eine Regelung will, ist der Vertrag im Zweifel nicht geschlossen (§ 154 Abs. 1 BGB).

Wer US-Ratgeber kennt, vermisst vielleicht die "consideration". Das deutsche Recht verlangt keine Gegenleistung als Wirksamkeitsvoraussetzung. Auch ein Vertrag, in dem nur eine Seite etwas verspricht, kann gelten; beim Schenkungsversprechen übernimmt die Form die Schutzfunktion, denn § 518 BGB verlangt die notarielle Beurkundung. Dazu kommt der Bindungswille. "Ich würde dir mein Auto für zehn Euro verkaufen", beim Abendessen gesagt, hat Preis und Gegenstand und scheitert doch daran, dass niemand sich binden wollte.

Der Satz, den die meisten Ratgeber auslassen: Keiner dieser fünf Punkte braucht Papier. Ein Handschlag kann alles erfüllen. Schrift schafft Beweis, und in einigen Fällen macht das Gesetz sie zur Bedingung.

Unsicher, ob Ihr Papier schon ein Vertrag ist oder erst eine Vorstufe? Unser Text darüber, wann aus einer Absichtserklärung ein Vertrag wird, geht Letter of Intent und Entwürfe "unter Vorbehalt" durch.

Muss ein Vertrag schriftlich sein?

Meistens nicht. Wer einen Vertrag aufsetzen will, muss im deutschen Recht in den meisten Fällen keine Form wahren: Es gilt Formfreiheit, und ein mündlicher Vertrag ist wirksam, wenn die Einigung steht. Nur wo das Gesetz eine Form vorschreibt, ist ein Vertrag ohne diese Form nichtig (§ 125 BGB). Das ist die harte Folge. Es geht nicht darum, dass Sie einen Anspruch nur schwer beweisen können, sondern darum, dass es ihn rechtlich nicht gibt.

Das Gesetz kennt vier Formen. Für die Textform (§ 126b BGB) genügt eine lesbare Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger, etwa eine E-Mail. Die Schriftform nach § 126 BGB verlangt die eigenhändige Namensunterschrift auf der Urkunde, bei einem Vertrag von beiden Parteien auf derselben Urkunde oder auf je einer gleichlautenden. Die elektronische Form (§ 126a BGB) kann die Schriftform ersetzen, wenn sich aus dem Gesetz nichts anderes ergibt (§ 126 Abs. 3 BGB), verlangt dafür aber eine qualifizierte elektronische Signatur. Die notarielle Beurkundung ersetzt die Schriftform (§ 126 Abs. 5 BGB). Eine eingescannte Unterschrift unter einer PDF erfüllt weder Schriftform noch elektronische Form.

Haben die Parteien selbst eine Form vereinbart, etwa "Änderungen nur schriftlich", gelten im Zweifel dieselben Regeln (§ 127 Abs. 1 BGB). Hier ist das Gesetz großzügiger: Meist genügt die telekommunikative Übermittlung, bei einem Vertrag der Briefwechsel (§ 127 Abs. 2 BGB).

Ehrlicherweise: Die Liste der formpflichtigen Verträge ist kürzer, als viele denken. Das Beweisproblem ist dafür genauso groß, wie Sie es befürchten. Ein mündlicher Vertrag, den Sie nicht belegen können, ist so viel wert wie einer, den es nie gab.

Verträge, für die das deutsche Recht eine Form verlangt

Art des GeschäftsWas die Regel verlangtFundstelle

Vertrag über den Kauf oder die Übertragung eines Grundstücks

Notarielle Beurkundung; ohne sie ist der Vertrag nichtig, bis Auflassung und Grundbucheintragung ihn heilen

§ 311b Abs. 1 BGB

Bürgschaft eines Nichtkaufmanns

Schriftliche Erklärung; die elektronische Form ist ausgeschlossen; zahlt der Bürge, ist der Formmangel geheilt

§ 766 BGB; § 350 HGB nimmt Handelsgeschäfte des Bürgen aus

Mietvertrag für längere Zeit als ein Jahr

Schriftform; sonst gilt der Vertrag für unbestimmte Zeit

§ 550 BGB

Kündigung oder Aufhebungsvertrag im Arbeitsverhältnis

Schriftform mit Namensunterschrift; die elektronische Form ist ausgeschlossen

§ 623 BGB

Schenkungsversprechen

Notarielle Beurkundung; die Erfüllung der versprochenen Leistung heilt den Mangel

§ 518 BGB

Von den Parteien vereinbarte Form ("nur schriftlich")

Im Zweifel gelten die Regeln der gesetzlichen Form, mit erleichterter Übermittlung

§ 127 BGB

Dienstverträge, Kaufverträge über bewegliche Sachen und alles andere

Keine Form vorgeschrieben, aber den Beweis führen Sie

Grundsatz der Formfreiheit

Vertrag aufsetzen in acht Schritten

Wer einen Vertrag von Grund auf entwirft, geht am besten in dieser Reihenfolge vor. Wer vor den Schritten 1 bis 3 gleich zum Kleingedruckten springt, bekommt Verträge, die über alles genau Auskunft geben, nur nicht über den Deal.

  1. Den Deal in einem Absatz aufschreiben

    Bevor Sie eine Klausel schreiben, halten Sie in normalen Sätzen fest, wer was für wie viel bis wann tut. Passt der Deal nicht in einen Absatz, haben Sie noch keinen. Schicken Sie diesen Absatz zuerst der Gegenseite. Billiger erfahren Sie nicht, dass Sie uneins sind.

  2. Die Parteien genau benennen

    Nennen Sie die vollständige Firma mit Rechtsform (GmbH, UG, e. K.), Sitz und Handelsregisternummer, bei Einzelpersonen Name und Anschrift, dazu eine Adresse für Mitteilungen. Legen Sie Kurzbezeichnungen wie "Auftraggeber" und "Auftragnehmer" fest und bleiben Sie dabei. Ein häufiger Fehler: Man schließt mit dem Markennamen oder einer Holding ab statt mit der Gesellschaft, die am Ende zahlt.

  3. Leistung und Liefergegenstände festlegen

    Schreiben Sie, was enthalten ist und was nicht: Mengen, Spezifikationen, Dateiformate, Zahl der Korrekturschleifen und wie die Gegenseite die Leistung abnimmt. Lange Spezifikationen gehören in eine Anlage. So bleibt der Vertrag lesbar, und die Anlage lässt sich durch eine unterschriebene Änderung anpassen.

  4. Preis und Zahlungsbedingungen regeln

    Schreiben Sie Betrag, Währung und Zahlungsplan auf: Anzahlung, Meilensteine, Schlussrate. Dazu Fälligkeit, Verzugszinsen und die Folge, wenn nicht gezahlt wird, etwa eine Arbeitspause. Wer nach der Lieferung abrechnet, legt das Zahlungsziel von 30 Tagen oder eine kürzere Frist jetzt fest und nicht erst, wenn die Rechnung überfällig ist.

  5. Termine festlegen

    Starttermin, Meilensteine, Ende oder Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfristen. Wenn ein Termin wirklich zählt, schreiben Sie hin, was bei einer Verspätung passiert. Ein Termin ohne Folge ist ein Wunsch.

  6. Regeln, wie der Vertrag endet und wer das Risiko trägt

    Kündigung aus wichtigem Grund und ordentliche Kündigung, Nachfrist, Haftungsobergrenze, Freistellung, Rechte an den Arbeitsergebnissen und Vertraulichkeit. Diese Klauseln wirken wie Standard, bis die Beziehung scheitert, und dann ist das der einzige Teil, den noch jemand liest. Die Tabelle unten sagt, was jede abdecken muss.

  7. Recht und Gerichtsstand wählen

    Benennen Sie das anwendbare Recht und den Ort für Streitfälle: ein Gericht oder ein Schiedsverfahren. Eine Gerichtsstandsvereinbarung ist nach § 38 Abs. 1 ZPO zwischen Kaufleuten möglich, bei Verbrauchern nur in engen Grenzen. Eine Schiedsvereinbarung muss in einem unterschriebenen Dokument oder in Schreiben stehen, die einen Nachweis sichern (§ 1031 ZPO). Viele Verträge schalten davor eine Stufe: schriftliche Mitteilung und 30 Tage zum Reden.

  8. Prüfen, unterschreiben, jedem eine Kopie geben

    Lesen Sie die Endfassung von vorn bis hinten, nicht nur die Änderungen. Prüfen Sie Namen, Zahlen und Unterschriftsfelder, dann schicken Sie den Vertrag zur elektronischen Signatur oder unterschreiben auf Papier. Jede Partei bekommt die unterschriebene Fassung, keinen Entwurf.

Die Unterschrift lässt sich nicht zurücknehmen

Alles vor der Unterschrift ist verhandelbar. Danach brauchen Sie die Zustimmung der Gegenseite für jedes einzelne Wort, denn ein Vertrag lässt sich nur durch Vertrag ändern (§ 311 Abs. 1 BGB). Den Fehler, den Sie nicht mehr zurückholen, macht man deshalb nicht mit einer fehlenden Klausel, sondern mit einer Unterschrift oder einem Arbeitsbeginn auf einer Fassung, die man nicht zu Ende gelesen hat. Vergleichen Sie die Endfassung mit dem letzten abgestimmten Entwurf, prüfen Sie jeden Namen und jede Zahl, dann unterschreiben Sie. Muss die Arbeit früher beginnen, halten Sie das in einem kurzen unterschriebenen Schreiben fest, nicht am Telefon.

Vertragsklauseln richtig schreiben

Eine Klausel hat eine Aufgabe: eine Frage beantworten, bevor sie jemand stellen muss. Wem gehört der Code? Was passiert bei verspäteter Lieferung? Kann jede Seite aussteigen, und mit welcher Frist? Schweigt der Text, greift das Gesetz, und das passt selten zu dem, was beide Seiten angenommen haben.

Nicht jeder Vertrag braucht jede Klausel. Ein zweiseitiger Freelancer-Vertrag kommt ohne die Freistellung aus, die ein Softwarelizenzvertrag braucht. Diese zehn decken trotzdem die meisten Geschäftsverträge ab, und die dritte Spalte nennt, woran jede Klausel meistens scheitert.

Vertragsklauseln: Was jede regeln muss

KlauselWas sie regeln mussDer übliche Formulierungsfehler

Parteien und Vorbemerkung

Vollständige Firma, Anschrift, Anlass des Vertrags

Handelsname statt der eingetragenen Gesellschaft

Leistungsumfang und Abnahme

Was geliefert wird, in welcher Qualität, wie abgenommen wird

"Laufende Betreuung" ohne Stunden oder Ergebnisse

Preis und Zahlung

Betrag, Zahlungsplan, Fälligkeit, Verzugsfolgen

Keine Folge bei verspäteter Zahlung

Laufzeit und Kündigung

Beginn, Ende, Verlängerung, Fristen, Kündigung aus wichtigem Grund und ordentliche Kündigung

Eine automatische Verlängerung, die niemand im Blick hat

Rechte an den Arbeitsergebnissen

Wem das Ergebnis gehört und ab wann (oft erst nach vollständiger Zahlung)

Schweigen: Im Zweifel bleiben die Nutzungsrechte beim Urheber (§ 31 Abs. 5 UrhG)

Vertraulichkeit

Was vertraulich ist, wie lange, die üblichen Ausnahmen

"Alle Informationen", für immer, ohne Ausnahmen

Haftung und Freistellung

Eine Obergrenze, ausgeschlossene Schäden, wer Ansprüche Dritter trägt

Unbegrenztes Risiko bei einem kleinen Auftrag

Höhere Gewalt

Welche Ereignisse eine Verzögerung entschuldigen, wie man sie anzeigt, wann jede Seite aussteigen darf

Eine Liste, in der gerade das Ereignis fehlt, das dann eintritt

Anwendbares Recht und Streitbeilegung

Welches Recht, welches Gericht oder Schiedsgericht, vorher schriftliche Mitteilung

Jede Seite geht von ihrem Heimatgericht aus

Gesamtvereinbarung, Änderungen, salvatorische Klausel

Das Dokument ist der ganze Deal; Änderungen nur in unterschriebener Schriftform; eine unwirksame Klausel kippt nicht die übrigen

Nebenabreden in E-Mails, die dem Text widersprechen

Wörter, die Streit auslösen

"Angemessen", "zeitnah", "nach besten Kräften", "branchenüblich", "zur Zufriedenheit des Auftraggebers". Jedes dieser Wörter überlässt die Definition dem, der den Vertrag später liest, und das kann ein Richter sein. Tauschen Sie sie gegen Zahlen: innerhalb von 10 Werktagen, zwei Korrekturschleifen, Antwort binnen eines Arbeitstags. Lässt sich keine Zahl nennen, schreiben Sie, wer entscheidet und wie.

Wenn die Gegenseite Änderungen schickt

Einen Vertrag aufsetzen heißt zum größten Teil, ihn umzuschreiben. Wer auf einen Antrag mit Änderungen antwortet, nimmt ihn nicht an: Eine Annahme unter Erweiterungen, Einschränkungen oder sonstigen Änderungen gilt als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag (§ 150 Abs. 2 BGB), und der erste Antrag ist erledigt. Umgekehrt heißt das, dass Sie mit der Unterschrift unter die zurückgeschickte Fassung den neuen Antrag annehmen, samt dem Kleingedruckten, das Sie überlesen haben. Zwischen Kaufleuten kommt das kaufmännische Bestätigungsschreiben dazu. Wer nach einer mündlichen Verhandlung ein Schreiben mit dem vermeintlichen Ergebnis erhält und nicht unverzüglich widerspricht, muss sich nach dem Handelsbrauch (§ 346 HGB) im Zweifel daran festhalten lassen. Und schickt jede Seite ihre eigenen AGB mit, ein Angebot mit den Bedingungen des Lieferanten und eine Bestellung mit den Einkaufsbedingungen, widersprechen sich die Klauseln. Nach gefestigter Rechtsprechung gilt dann an ihrer Stelle das Gesetz. Das Ergebnis ist ein Vertrag, den keine Seite so geschrieben hat.

Die praktische Antwort heißt Versionskontrolle. Nummerieren und datieren Sie jeden Entwurf. Beantworten Sie jede Änderung schriftlich, mit Annahme oder Gegenvorschlag, und lassen Sie nichts im Telefonat durchrutschen. Unterschreiben Sie dann eine Endfassung, nicht "die Version von Dienstag mit Marias Korrekturen".

Erstaunlich viele Vertragsstreitigkeiten drehen sich nicht um eine schlechte Klausel. Es geht darum, welcher Entwurf der letzte war.

Vertrag aufsetzen mit Word-Vorlage, DocuSign oder Chaindoc

Es gibt drei gängige Wege, und viele nutzen mehr als einen.

Vertrag aus einer Word- oder Google-Docs-Vorlage aufsetzen

Kostenlos und vertraut. Schief geht, was niemand sieht: eine Vorlage für ein anderes Land, Klauseln, die nicht zu Ihrem Deal passen, Änderungsmarkierungen, die im Dokument stehen bleiben, und kein Nachweis, wer welche Fassung unterschrieben hat. Dazu kommt eine deutsche Besonderheit. Nutzen Sie dieselbe Vorlage für mehrere Verträge, sind ihre Bedingungen allgemeine Geschäftsbedingungen (§ 305 Abs. 1 BGB), also alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Bedingungen, die eine Seite der anderen stellt. Ausgehandelt ist nur, was die Gegenseite wirklich beeinflussen konnte. Für AGB gilt die Inhaltskontrolle nach § 307 BGB: Unangemessen benachteiligende oder unklare Klauseln sind unwirksam, auch gegenüber Unternehmen (§ 310 Abs. 1 BGB). Eine Vorlage spart Tipparbeit, keine Denkarbeit. Wer sie ausfüllt, muss die Schritte 1 bis 7 trotzdem gehen.

Ein E-Signatur-Dienst wie DocuSign

Ein Vertrag, den Sie über DocuSign abschließen, ist weiterhin der Vertrag, den Sie geschrieben haben. Dienste wie DocuSign nehmen Ihre Datei entgegen, sammeln die Unterschriften und führen ein Protokoll der Unterzeichnung. Der Signaturschritt verändert, wie ein Vertrag abgeschlossen und abgelegt wird, nicht, was in ihm steht.

Chaindoc, von der Vorlage bis zur Unterschrift

In Chaindoc starten Sie entweder mit einer Vorlage, die Sie im Browser bearbeiten, oder Sie laden einen Entwurf hoch, den Sie anderswo geschrieben haben. In beiden Fällen legen Sie das Dokument in Chaindoc an und schicken es von dort zur Unterschrift; frühere Fassungen bleiben im Verlauf des Dokuments. Der Free-Tarif umfasst 5 Signaturen im Monat und verlangt keine Karte. Ehrlich gesagt zählt das Werkzeug weniger als der Entwurf: Jeder der drei Wege führt zu einem gültigen Vertrag, wenn die Schritte 1 bis 8 sauber gemacht wurden.

Vertrag aufsetzen: Zwei Unternehmer prüfen an einem Besprechungstisch den Entwurf eines gedruckten Vertrags

Lesen Sie den Entwurf zu zweit, bevor jemand unterschreibt. Eine Korrektur an diesem Tisch kostet Minuten; dieselbe Korrektur nach der Unterschrift braucht einen Nachtrag.

Vertrag aufsetzen und unterschreiben: wer, in welcher Reihenfolge, was der Nachweis zeigt

Ein Vertrag ist so gut wie die Unterschrift darunter, und die Unterschrift ist so gut wie die Vertretungsmacht des Unterzeichners. Unterschreibt eine Firma, sollte der Unterschriftsblock Name, Funktion und Gesellschaft nennen, dazu das Datum. Wer eine GmbH vertritt, steht im Handelsregister. Ist die Person auf der anderen Seite weder Inhaber noch Geschäftsführer noch Prokurist, dürfen Sie fragen, woraus sich ihre Vollmacht ergibt.

Elektronische Signaturen

Nach Art. 25 Abs. 1 der eIDAS-Verordnung darf einer elektronischen Signatur die Rechtswirkung und die Zulässigkeit als Beweismittel nicht allein deshalb abgesprochen werden, weil sie in elektronischer Form vorliegt. Wo das Gesetz keine Form verlangt, ist ein Vertrag, der mit einer einfachen oder fortgeschrittenen elektronischen Signatur zustande kommt, also wirksam und als Beweis zugelassen. Wie viel Gewicht die Signatur vor Gericht hat, ist eine andere Frage.

Verlangt das Gesetz die Schriftform, sieht es anders aus. Dann ersetzt nur die elektronische Form nach § 126a BGB die handschriftliche Unterschrift, und die verlangt eine qualifizierte elektronische Signatur beider Parteien auf jeweils einem gleichlautenden Dokument. Art. 25 Abs. 2 eIDAS gibt dieser Signatur dieselbe Rechtswirkung wie der handschriftlichen. Eine einfache oder fortgeschrittene Signatur reicht an dieser Stelle nicht, und bei der Bürgschaft (§ 766 BGB) und der Kündigung im Arbeitsverhältnis (§ 623 BGB) schließt das Gesetz die elektronische Form ganz aus. Chaindoc bietet einen Weg mit qualifizierter Signatur an (PAdES-BES, ohne Zeitstempel). Das ersetzt aber nicht die Frage, ob das Gesetz für Ihr Geschäft die elektronische Form überhaupt zulässt.

Reihenfolge und Identität

In Chaindoc geht eine normale Anfrage an alle Unterzeichner gleichzeitig. Müssen die Unterschriften in fester Reihenfolge folgen, übernehmen das Freigabewege im Business-Tarif. Bei einem Geschäft mit hohem Wert können Sie in den bezahlten Tarifen für einen Unterzeichner eine optionale Identitätsprüfung (KYC) hinzufügen.

Was der Nachweis belegt

Chaindoc bildet beim Hochladen einen Hashwert der Datei, schreibt den Hashwert der Version bei der Veröffentlichung in eine öffentliche Blockchain und hält den Nachweis jedes Unterzeichners fest, sobald die Unterschrift abgeschlossen ist. So können Sie später zeigen, dass die unterschriebene Datei die gesendete ist und wann unterschrieben wurde. Dass die Bedingungen fair waren oder der Unterzeichner vertretungsberechtigt war, beweist das nicht, deshalb zählen die Absätze oben weiter. Was ein Prüfpfad darüber hinaus festhält, erklärt unser Ratgeber zum Thema Audit Trail und Beweiskraft.

Starten Sie mit einer Vertragsvorlage statt mit einem leeren Blatt

Die Vorlagenbibliothek von Chaindoc enthält Dienstleistungs-, NDA-, Arbeits-, Lieferanten-, Webentwicklungs- und Mietverträge, die Sie im Browser bearbeiten und zur Unterschrift senden. Der Free-Tarif umfasst 5 Signaturen im Monat, ohne Karte.

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Nach dem Vertragsschluss: ändern, aufbewahren, verlängern

Einen Vertrag aufsetzen ist nur der Anfang: Mit der Unterschrift beginnt sein Leben, und Ihre Arbeit daran endet nicht. Änderungen brauchen wieder einen Vertrag (§ 311 Abs. 1 BGB), am sichersten schriftlich und von beiden Seiten unterschrieben. Eine Klausel "Änderungen nur schriftlich" schützt weniger, als sie verspricht: Eine mündliche Abrede kann sie im Einzelfall außer Kraft setzen, und gegenüber Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat die individuelle Abrede ohnehin Vorrang (§ 305b BGB). Halten Sie deshalb jede Änderung in einem unterschriebenen Dokument fest. Unser Text über das Ergänzen eines Vertrags per Nachtrag erklärt, wann ein Nachtrag genügt und wann ein neuer Vertrag nötig ist.

Bewahren Sie den unterschriebenen Vertrag für seine gesamte Laufzeit auf und dazu so lange, wie Ansprüche daraus verjähren können. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB) und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie davon wussten (§ 199 Abs. 1 BGB). Kaufleute müssen empfangene und abgesandte Handelsbriefe, also Schriftstücke, die ein Handelsgeschäft betreffen, sechs Jahre aufbewahren (§ 257 HGB); Verträge gehören in der Regel dazu. Verlängerungs- und Kündigungstermine tragen Sie am Tag der Unterschrift in einen Kalender ein, denn der Vertrag erinnert Sie nicht daran. Und stellt die Gegenseite die Leistung ein, beginnt der Weg im Ratgeber zu Verzug und Mahnung mit den Unterlagen aus der rechten Spalte der Tabelle unten.

Der Lebenszyklus eines Vertrags: was Sie tun und was Sie aufbewahren

PhaseWas Sie tunWas Sie aufbewahren

Entwurf

Deal in einem Absatz, erster Vertragsentwurf, interne Prüfung

Jede Fassung, nummeriert und datiert

Verhandlung

Jede Änderung schriftlich annehmen oder mit einem Gegenvorschlag beantworten

Die Änderungsfassung oder E-Mail, mit der jeder Punkt erledigt wurde

Unterschrift

Alle Parteien unterschreiben dieselbe Endfassung

Die unterschriebene Datei, das Signaturprotokoll, die Angaben zu den Unterzeichnern

Durchführung

Liefern, abrechnen, die Leistung abnehmen

Abnahmevermerke, Rechnungen, Zahlungsbelege

Änderung

Per Nachtrag oder Ergänzung ändern, von beiden Seiten unterschrieben

Jede unterschriebene Änderung, abgelegt neben dem Original

Verlängerung oder Ende

Fristgerecht kündigen, so wie es der Vertrag vorsieht

Die Kündigung und der Nachweis ihres Zugangs

Streitfall

Das Problem schriftlich benennen und der Streitklausel folgen

Alles Vorstehende, in der richtigen Reihenfolge

Vertrag aufsetzen, der hält: die letzte Prüfung

Gehen Sie das hier durch, bevor Sie etwas zur Unterschrift schicken:

  1. 1.
    Könnte ein Fremder allein aus dem Text sagen, wer wem was bis wann schuldet?
  2. 2.
    Parteien: vollständige Firma mit Rechtsform, und Unterzeichner, die das Unternehmen vertreten dürfen.
  3. 3.
    Leistung und Gegenleistung sind beschrieben, und der Preis ist eine Zahl.
  4. 4.
    Gehört der Vertrag zu den Geschäften, für die das Gesetz eine Form verlangt (§§ 311b, 550, 623, 766 BGB)? Dann ist diese Form eingehalten, notfalls auf Papier oder beim Notar.
  5. 5.
    Unscharfe Wörter sind durch Zahlen oder einen benannten Entscheider ersetzt.
  6. 6.
    Kündigung, Haftung, Rechte an den Arbeitsergebnissen und anwendbares Recht stehen drin, nicht nur Preis und Leistung.
  7. 7.
    Jede Partei erhält am Ende dieselbe unterschriebene Endfassung.

Stimmt jede Zeile, wissen Sie, wie man einen Vertrag aufsetzt, der bei einem gewöhnlichen Geschäft hält.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Dieser Ratgeber erklärt, wie das deutsche Vertragsrecht im Allgemeinen funktioniert. Er ersetzt keine Beratung zu Ihrem Geschäft, und für einzelne Branchen gelten Sonderregeln. Holen Sie anwaltlichen Rat ein, wenn es um viel geht: Immobilien, Beteiligungen, Arbeitsverträge in regulierten Branchen, grenzüberschreitende Geschäfte, große Summen oder eine Gegenseite, deren Anwalt den ersten Entwurf geschrieben hat.

Geprüfte Quellen für diesen Ratgeber

Alle Gesetze verlinken auf den amtlichen Text im Portal gesetze-im-internet.de, die Paragrafen haben wir am 14. Oktober 2026 gelesen. Die eIDAS-Verordnung verlinkt auf EUR-Lex.

  1. 1.§ 125 BGB: Nichtigkeit wegen Formmangels · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deEin Rechtsgeschäft ohne die gesetzlich vorgeschriebene Form ist nichtig; bei vereinbarter Form gilt das im Zweifel auch. Geprüft am 14.10.2026
  2. 2.§ 126 BGB: Schriftform · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deEigenhändige Namensunterschrift, bei Verträgen auf derselben Urkunde; Ersetzung durch die elektronische Form (Abs. 3) und die notarielle Beurkundung (Abs. 5). Geprüft am 14.10.2026
  3. 3.§ 126a BGB: Elektronische Form · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deName und qualifizierte elektronische Signatur; bei einem Vertrag signiert jede Partei ein gleichlautendes Dokument. Geprüft am 14.10.2026
  4. 4.§ 127 BGB: Vereinbarte Form · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deVereinbarte Schriftform: im Zweifel gelten §§ 126 bis 126b, erleichtert durch telekommunikative Übermittlung und Briefwechsel. Geprüft am 14.10.2026
  5. 5.§ 145 BGB: Bindung an den Antrag · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deWer einen Vertragsschluss anträgt, ist an den Antrag gebunden, wenn er die Bindung nicht ausgeschlossen hat. Geprüft am 14.10.2026
  6. 6.§ 150 BGB: Verspätete und abändernde Annahme · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deEine Annahme unter Änderungen gilt als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag. Geprüft am 14.10.2026
  7. 7.§ 154 BGB: Offener Einigungsmangel · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deOhne Einigung über alle Punkte, über die eine Seite eine Regelung will, ist der Vertrag im Zweifel nicht geschlossen. Geprüft am 14.10.2026
  8. 8.§ 311b BGB: Verträge über Grundstücke, das Vermögen und den Nachlass · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deGrundstückskauf braucht notarielle Beurkundung; Heilung durch Auflassung und Eintragung. Geprüft am 14.10.2026
  9. 9.§ 766 BGB: Schriftform der Bürgschaftserklärung · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deSchriftliche Bürgschaftserklärung; elektronische Form ausgeschlossen; Heilung durch Erfüllung. Geprüft am 14.10.2026
  10. 10.§ 305 BGB: Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den Vertrag · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deVorformulierte Bedingungen für eine Vielzahl von Verträgen sind AGB; im Einzelnen ausgehandelte Bedingungen nicht. Geprüft am 14.10.2026
  11. 11.§ 307 BGB: Inhaltskontrolle · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deUnangemessen benachteiligende oder unklare AGB-Klauseln sind unwirksam. Geprüft am 14.10.2026
  12. 12.§ 38 ZPO: Zugelassene Gerichtsstandsvereinbarung · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deGerichtsstandsvereinbarung zwischen Kaufleuten; sonst nur unter engen Voraussetzungen. Geprüft am 14.10.2026
  13. 13.§ 257 HGB: Aufbewahrung von Unterlagen, Aufbewahrungsfristen · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deHandelsbriefe sind sechs Jahre aufzubewahren, die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres. Geprüft am 14.10.2026
  14. 14.eIDAS-Verordnung (EU) Nr. 910/2014, Art. 25: Rechtswirkung elektronischer Signaturen · Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-LexEiner elektronischen Signatur darf die Rechtswirkung nicht allein wegen ihrer Form abgesprochen werden; die qualifizierte elektronische Signatur hat die Rechtswirkung einer handschriftlichen
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Chaindoc und sicheren Dokumenten-Workflows.

Ja. Das deutsche Recht verlangt für die meisten Verträge weder einen Anwalt noch eine bestimmte Form, und viele kleine Geschäftsverträge entstehen ohne anwaltliche Hilfe. Sie brauchen eine klare Einigung, Bedingungen, die sich durchsetzen lassen, und Klauseln zu Kündigung, Haftung, Rechten an den Ergebnissen und Streitfällen. Eine Vorlage hilft bei der Gliederung, prüft aber Ihr Geschäft nicht. Lassen Sie den Entwurf prüfen, wenn es um Immobilien, Beteiligungen, regulierte Arbeitsverhältnisse, eine größere Summe oder das Ausland geht. Das kostet meist weniger, als einen schlechten Vertrag später zu reparieren.

Zwei übereinstimmende Willenserklärungen (Antrag und Annahme), Geschäftsfähigkeit der Parteien, ein erlaubter Inhalt ohne Verstoß gegen § 134 oder § 138 BGB und die Einigung über alle wesentlichen Punkte. Schreibt das Gesetz eine Form vor, muss auch sie eingehalten sein. Eine Gegenleistung verlangt das deutsche Recht nicht.

Halten Sie zuerst den Deal in einem Absatz fest und schicken Sie ihn der Gegenseite. Dann benennen Sie die Parteien exakt, legen Leistung und Preis fest, setzen Termine, regeln Beendigung und Risikoverteilung, wählen Recht und Gerichtsstand und lesen am Ende alles gegen. Das sind die acht Schritte oben. Schreiben Sie einfach und konkret: Zahlen statt "angemessen", Namen statt "die Parteien", ein Dokument statt verstreuter E-Mails.

In der Regel ja. Ein mündlicher Vertrag mit Antrag, Annahme und erlaubtem Inhalt ist wirksam, denn es gilt Formfreiheit. Ausnahmen sind Verträge mit gesetzlicher Form, etwa der Grundstückskauf (§ 311b BGB, notarielle Beurkundung) oder die Bürgschaft (§ 766 BGB, Schriftform). Das eigentliche Problem ist der Beweis: Ohne Dokument streiten Sie darüber, was gesagt wurde.

Nur in gesetzlich bestimmten Fällen, etwa beim Grundstückskauf (§ 311b BGB) oder beim Schenkungsversprechen (§ 518 BGB). Ein Notar stellt fest, wer unterschrieben hat, und belehrt über den Inhalt; ob das Geschäft gut ist, prüft er nicht. Für einen gewöhnlichen Dienstleistungs- oder Kaufvertrag genügen die Unterschriften der Vertretungsberechtigten.