Einen Vertrag digital unterschreiben, den Ihnen jemand geschickt hat
Vertrag digital unterschreiben, wenn er per E-Mail kommt: Absender prüfen, alles lesen, unterschreiben und eine Kopie behalten, die später noch etwas beweist.

Unterschreiben Sie ein Dokument und prüfen Sie den Nachweis selbst.
Jetzt startenVertrag digital unterschreiben: die kurze Antwort
Jemand hat Ihnen einen Vertrag oder ein Angebot geschickt, und in der E-Mail steht, Sie sollen online unterschreiben. So können Sie einen Vertrag digital unterschreiben: Anfrage öffnen, der elektronischen Unterschrift zustimmen, alles lesen, die markierten Felder anklicken, eine Signatur übernehmen und abschließen. Danach laden Sie Ihre Kopie herunter.
Die ehrliche Zeitangabe: Die Klicks dauern zwei Minuten. Die zwei Prüfungen drumherum dauern länger und zählen mehr. Ist die Anfrage echt? Und steht im Dokument wirklich das, womit Sie einverstanden sind?
Die meisten Ratgeber richten sich an den Absender. Dieser hier an Sie als Empfänger. Chaindoc-Anfragen öffnen sich im Browser, eine App brauchen Sie nicht.
Wie ist das Dokument bei Ihnen angekommen?
Wie ein Dokument ankommt, entscheidet darüber, wie Sie einen Vertrag unterschreiben. Der Link eines Signaturdienstes öffnet eine Signaturseite, die Ihre Unterschrift zusammen mit Ihrer E-Mail-Adresse und der Uhrzeit festhält. Bei einem Anhang ist das anders: Sie unterschreiben selbst und schicken die Datei zurück, und einen Nachweis gibt es nur, soweit Sie und der Absender ihn aufbewahren.
Die erste Frage beim Thema "Dokument per E-Mail unterschreiben" ist also einfach. Gibt es einen Button zum Prüfen oder Signieren, oder nur eine Datei?
Sieben Fälle decken fast alles ab, was Ihnen begegnet. Brauchen Sie selbst Unterschriften von anderen, hat die Seite des Absenders einen eigenen Leitfaden.
Vertrag digital unterschreiben, je nachdem, wie er angekommen ist
| Was angekommen ist | So unterschreiben Sie | Wenn etwas nicht stimmt | Was Sie aufbewahren |
|---|---|---|---|
Eine DocuSign-Mail mit Link zum Dokument | Der elektronischen Unterschrift zustimmen, jede Markierung anklicken, eine Signatur übernehmen, dann abschließen | Unter "Weitere Aktionen" die Unterzeichnung ablehnen; die Runde endet für alle | Das fertige Dokument |
Eine Mail von Adobe Acrobat Sign (Link zum Prüfen und Signieren) | Pflichtfelder ausfüllen, dann zum Signieren klicken | Im Optionen-Menü ablehnen oder delegieren, wo der Absender das erlaubt | Das signierte PDF |
Eine Google-Docs-Anfrage (eSignature) | Farbige Felder anklicken, dann "Als erledigt markieren" und "Zustimmen und fortfahren" | Über den Link in der Mail "Ablehnen" | Das fertige PDF mit der Audit-Trail-Seite |
Eine Chaindoc-Anfrage | Link in der Mail öffnen, E-Mail-Adresse bestätigen, markierte Felder signieren, abschließen | Beim Absender nachfragen: Bis alle unterschrieben haben, kann er Empfänger ändern oder abbrechen | Das signierte Dokument und sein Abschlusszertifikat |
Ein PDF im Anhang | Mit einem Ausfüll-und-Signier-Tool oder einem E-Signatur-Dienst unterschreiben, dann zurückschicken | Erst antworten und um eine korrigierte Datei bitten | Genau die Datei, die Sie zurückgeschickt haben |
Ein Word-Dokument im Anhang | In Word eine Signaturzeile oder ein Unterschriftsbild einfügen, oder als PDF speichern und das PDF unterschreiben | Änderungen nachverfolgbar oder als Kommentar, nie stillschweigend | Genau die Datei, die Sie zurückgeschickt haben |
Eine Anfrage mit qualifizierter Signatur (QES) | Über den Anbieter des Absenders mit Ihrer nationalen eID oder einem Zertifikat anmelden (in Österreich zum Beispiel mit ID Austria) | Fragen, welche Form das Gesetz tatsächlich verlangt, die elektronische Form nach § 126a BGB oder gar keine | Das signierte PDF, das sich mit einem Validator prüfen lässt |
Vertrag digital unterschreiben, Schritt für Schritt
Die Beschriftungen wechseln von Dienst zu Dienst (Abschließen, Signieren, Fertigstellen, Zustimmen und fortfahren), die Reihenfolge nicht. Zwei dieser Schritte lassen sich nachträglich nicht wiederholen: das Lesen und der letzte Klick.
Prüfen, ob die Anfrage echt ist
Haben Sie sie erwartet? Kennen Sie den Absender? Wenn irgendetwas nicht stimmt, lassen Sie den Link liegen und öffnen die Website des Dienstes selbst.
Das Dokument dort öffnen, wo Sie es lesen können
Ein Handy-Browser reicht für ein einseitiges Formular, und zum Signieren am Smartphone gibt es einen eigenen Leitfaden. Einen Vertrag mit 20 Seiten lesen Sie besser an einem großen Bildschirm. Sie stimmen jeder einzelnen Seite zu.
Der elektronischen Unterschrift zustimmen
Wer elektronisch unterschreiben soll, wird meist zuerst gefragt, ob er elektronischen Unterlagen und Signaturen zustimmt. Das ist keine Formalität: Sie erklären sich damit einverstanden, dass der Dienst Ihre Unterschrift samt Daten festhält und dass diese Unterlagen gelten sollen. Privat kann Ihnen niemand das elektronische Unterschreiben aufzwingen. Sie dürfen Nein sagen und um Papier bitten.
Alles lesen, auch das, worauf das Dokument verweist
Namen, Daten, Beträge, Kündigungsfristen, Verlängerungsklauseln und jede Anlage oder AGB, die der Text nennt, aber nicht beifügt. Fehlt etwas, fragen Sie danach, bevor Sie weitermachen.
Felder ausfüllen und eine Signatur übernehmen
Getippt, gezeichnet oder hochgeladen: Wo keine Form vorgeschrieben ist, gilt jede dieser Formen. Zur Unterschrift wird die Signatur dadurch, dass Sie sie in Unterschriftsabsicht übernehmen. Tipp: Schreiben Sie Ihren Namen genau so, wie das Dokument ihn nennt.
Auf Abschließen klicken
Dieser Schritt lässt sich nicht rückgängig machen. Ihre Signatur ist danach im Dokument festgeschrieben, und der Absender wird benachrichtigt.
Kopie und Nachweis herunterladen
Speichern Sie das signierte Dokument und das Zertifikat oder die Audit-Seite dazu außerhalb Ihres Posteingangs. Bei mehreren Unterzeichnern warten Sie auf die fertige Fassung, denn nur sie zeigt alle Unterschriften.
Abschließen ist der eine Klick, den Sie nicht zurücknehmen können
Stimmt im Dokument etwas nicht, lehnen Sie ab oder schreiben dem Absender, statt abzuschließen. Danach bedeutet jede Korrektur, dass der Absender die Runde abbricht und eine neue Fassung verschickt, die wieder alle unterschreiben. Nach DocuSigns eigener Anleitung werden bereits gesammelte Unterschriften ungültig, wenn ein Umschlag abgelehnt oder storniert wird. Bei Chaindoc kann der Absender eine Anfrage abbrechen, bis alle unterschrieben haben; danach ist der Vorgang versiegelt.

Erst lesen, dann unterschreiben: Abschließen ist der einzige Schritt, den Sie nicht wiederholen können.
Ist die Signaturanfrage echt? Erst prüfen, dann klicken
Gefälschte Signaturanfragen sind ein Standardformat beim Phishing, denn jeder hat schon einmal eine unterschrieben, und niemand will einen Abschluss aufhalten. DocuSign führt eine laufende Liste von Kampagnen, die seinen Namen missbrauchen. Im Juli 2023 meldete das Unternehmen gefälschte Umschläge, verschickt von DocuSign-Demokonten, oft schon als abgeschlossen mit angehängtem Dokument, geschrieben, um Druck aufzubauen und Finanzdaten abzugreifen.
Bevor Sie einen Vertrag digital unterschreiben, oder ihn auch nur öffnen, gehen Sie diese Punkte durch:
- Haben Sie ihn erwartet? Ein Vertrag, über den Sie gestern gesprochen haben: ja. Eine "Rechnung zur Unterschrift" von einer Firma, mit der Sie nie zu tun hatten: nein.
- Absendername und die Adresse dahinter. Ein bekannter Firmenname auf einer kostenlosen Webmail-Adresse ist ein Warnzeichen.
- Wohin der Button wirklich führt. Fahren Sie mit der Maus darüber, am Handy halten Sie ihn gedrückt, und lesen Sie die Domain.
- Druck. "Unterschreiben Sie in zwei Stunden, sonst verfällt das Angebot" ist eine Taktik, keine Frist.
- Die Bitte um Ihr E-Mail-Passwort oder eine Kartennummer. Zum Unterschreiben braucht man weder das eine noch das andere.
Im Zweifel öffnen Sie den Dienst selbst. DocuSigns Sicherheitshinweise beschreiben den sicheren Weg für seine Mails, im Kasten unten zusammengefasst. Kommt die Anfrage von jemandem, den Sie kennen, klärt ein kurzer Anruf alles.
Ehrlich gesagt ist das die Prüfung, die die meisten überspringen, und die, die am meisten kostet, wenn man sie auslässt.
DocuSigns eigener Rat bei einer zweifelhaften Mail
Klicken Sie die Links in der Mail nicht an. Rufen Sie docusign.com selbst auf, wählen Sie "Auf Dokumente zugreifen" (englisch "Access Documents") und geben Sie den Sicherheitscode ein, der unten in der Mail steht; ein echter Umschlag öffnet sich. Wirkt die Nachricht trotzdem verdächtig, bittet DocuSign darum, sie als Anhang an verify@docusign.com weiterzuleiten und zu löschen. Dieselbe Gewohnheit funktioniert bei jedem Dienst: direkt auf dessen Website gehen.
Was Sie lesen sollten, bevor Sie digital unterschreiben
Wer einen Vertrag online unterschreiben soll, überfliegt ihn am Bildschirm schnell. Die Felder leuchten, der Button ist grell, und der Dienst führt Sie direkt zur nächsten Markierung. Bremsen Sie trotzdem.
Prüfen Sie Folgendes, bevor Sie das erste Signaturfeld anklicken:
- 1.Ihr Name, Ihre Firma und Ihre Rolle, richtig geschrieben.
- 2.Jede Zahl: Preis, Gebühren, Kaution, Vertragsstrafen, Kündigungsfrist.
- 3.Alle Daten, auch Beginn, Ende, automatische Verlängerung und der letzte Tag zum Kündigen.
- 4.Alles, worauf das Dokument verweist, ohne es mitzuschicken: Allgemeine Geschäftsbedingungen, eine Anlage, eine Preisliste oder eine Datenschutzerklärung. Auch ihnen stimmen Sie zu.
- 5.Leere Stellen. Ein Feld, das "die andere Seite später ausfüllt", ist ein Blankoscheck.
- 6.Seiten, die Sie abzeichnen sollen. Jede Paraphe sagt, dass Sie die Seite gelesen haben.
Erlaubt der Dienst, das Dokument vor dem Unterschreiben herunterzuladen, tun Sie das und lesen das PDF in Ihrem eigenen Programm. Es ist derselbe Text, nur ohne Antreiber.
Eine Anfrage von DocuSign, Adobe Acrobat Sign oder Google Docs unterschreiben
Die drei Dienste, denen Sie am ehesten begegnen, wenn Sie digital unterschreiben, sehen verschieden aus. Sie wollen aber dasselbe von Ihnen.
So unterschreiben Sie ein DocuSign-Dokument
DocuSign schreibt, dass Sie für ein Dokument, das über DocuSign verschickt wurde, kein DocuSign-Konto brauchen. Öffnen Sie die Mail, rufen Sie das Dokument über den Button darin auf, stimmen Sie der elektronischen Unterschrift zu und folgen Sie den Markierungen durch das Dokument. An der ersten Signaturmarkierung sollen Sie eine Signatur übernehmen. Klicken Sie auf Abschließen, geht das signierte Dokument automatisch an den Absender.
Sie wollen nicht unterschreiben? Im Menü "Weitere Aktionen" steht die Option, die Unterzeichnung abzulehnen. Sie geben einen Grund an, die Runde endet für alle, die noch nicht unterschrieben haben, und bereits gesammelte Unterschriften werden ungültig.
Adobe Acrobat Sign
Der Link zum Prüfen und Signieren öffnet die Vereinbarung in Ihrem Browser. Füllen Sie die Pflichtfelder aus und klicken Sie zum Signieren. Im Optionen-Menü können Ablehnen oder Delegieren stehen, wo die Organisation des Absenders sie erlaubt. Eine Ablehnung bricht die Vereinbarung ab, und der Absender muss eine neue starten.
So unterschreiben Sie ein Google Doc
Wer in Google Docs unterschreiben soll, bekommt eine E-Mail mit einem Link zum Dokument. Laut der eSignature-Hilfe von Google klicken Sie die farbigen Felder an, die für Sie markiert sind, füllen Textfelder aus und wählen dann "Als erledigt markieren" und "Zustimmen und fortfahren". Sie können die Anfrage auch ablehnen; der Anfragende erhält dazu eine E-Mail. Haben alle unterschrieben, erzeugt Google ein fertiges PDF, dessen letzte Seite ein Audit-Trail ist.
Eine Sache bringt Leute ins Stolpern. Nur Eigentümer und Bearbeiter eines Dokuments können eine eSignature-Anfrage senden, und nur mit Workspace Individual oder bestimmten Google-Workspace-Tarifen, bei denen der Administrator die Funktion freigeschaltet hat. Hat Ihnen jemand nur ein gewöhnliches Doc freigegeben und gesagt "unterschreib das mal", gibt es darin keinen Unterschriftsschritt. Bitten Sie um eine echte eSignature-Anfrage, oder laden Sie die Datei als PDF herunter und unterschreiben Sie diese.
Ein Word-Dokument oder PDF aus der E-Mail unterschreiben
Kein Signaturlink, nur eine Datei? Das kennen Sie, wenn der Vermieter oder der Handwerker Ihnen den Auftrag als Word-Datei schickt. Sie können trotzdem digital unterschreiben, aber jetzt sind Sie zugleich Unterzeichner und derjenige, der den Nachweis führt.
Ein Word-Dokument digital unterschreiben
Word kennt zwei Dinge, die beide "Signatur" heißen. Eine Signaturzeile mit Ihrem getippten Namen oder einem Bild Ihrer Unterschrift ist eine sichtbare Markierung, für ein harmloses Formular in Ordnung. Eine digitale Signatur dagegen ist kryptografisch, und die Microsoft-Hilfe sagt klar, dass Sie zum Erstellen "ein Signaturzertifikat" brauchen, "das die Identität nachweist". Eine Signaturzeile unterschreiben Sie, indem Sie sie mit der rechten Maustaste anklicken und "Signieren" wählen. Ein digital signiertes Dokument wird schreibgeschützt, nehmen Sie also zuerst Ihre Änderungen vor.
Die meisten haben kein Zertifikat zur Hand. Dann speichern Sie die Datei als PDF und unterschreiben diese, oder Sie fügen die Unterschrift über einen E-Signatur-Dienst hinzu, der den Vorgang protokolliert.
Ein PDF im Anhang
Unser Leitfaden zum Signieren von PDF-Dateien führt durch die Werkzeuge für Mac, Windows und Handy. Kurz gesagt: ein Ausfüll-und-Signier-Tool nehmen, die Signatur setzen, speichern und die Datei danach nicht mehr neu exportieren.
Zurückschicken
Antworten Sie im selben Mailverlauf, hängen Sie die signierte Datei an und schreiben Sie in einer Zeile, was Sie unterschrieben haben und welche Fassung. Haben Sie etwas geändert, sagen Sie es offen. Eine signierte Datei, die sich unbemerkt von der des Absenders unterscheidet, ist der Anfang eines Streits, nicht sein Ende.
Was Ihre elektronische Unterschrift später trägt
Wenn Sie ein Dokument digital unterschreiben, interessiert sich das Recht weniger für die Form der Unterschrift, als die meisten erwarten. Der Grundsatz ist die Formfreiheit: Ein Vertrag kommt durch Angebot und Annahme zustande, auch per Klick. Eine Form gilt nur dort, wo ein Gesetz sie anordnet oder wo Sie sie vereinbart haben.
Wo es um die Form geht, kennt das Recht Stufen. Artikel 25 der eIDAS-Verordnung sagt, dass einer elektronischen Signatur Rechtswirkung und Zulässigkeit als Beweismittel nicht allein deshalb abgesprochen werden dürfen, weil sie elektronisch ist. Die gleiche Rechtswirkung wie eine handschriftliche Unterschrift hat nur die qualifizierte elektronische Signatur (QES). Eine fortgeschrittene Signatur muss die vier Anforderungen aus Artikel 26 erfüllen: eindeutige Zuordnung zum Unterzeichner, Identifizierung, Kontrolle allein beim Unterzeichner und erkennbare nachträgliche Änderungen.
In Deutschland setzt § 126a BGB genau diese QES voraus, wenn die elektronische Form die gesetzliche Schriftform nach § 126 BGB ersetzen soll. Ein Klick auf "Zustimmen" oder ein eingescannter Namenszug reicht dafür nicht. Genügt dem Gesetz die Textform nach § 126b BGB, reicht eine lesbare Erklärung mit Namen auf einem dauerhaften Datenträger, ganz ohne Unterschrift. Haben die Parteien nur eine "Schriftform" vereinbart, genügt nach § 127 Absatz 2 BGB im Zweifel schon die telekommunikative Übermittlung, und für eine vereinbarte elektronische Form reicht nach Absatz 3 eine einfache elektronische Signatur.
Zwei Grenzen sollten Sie als Unterzeichner kennen. Manche Erklärungen lassen die elektronische Form gar nicht zu: Eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag im Arbeitsverhältnis braucht nach § 623 BGB die Schriftform, und bei einer Bürgschaft ist nach § 766 BGB die elektronische Form ausdrücklich ausgeschlossen. Bittet man Sie, so etwas online zu unterschreiben, fragen Sie nach dem Grund. In Österreich stellt § 4 des Signatur- und Vertrauensdienstegesetzes klar, dass eine qualifizierte Signatur die Schriftlichkeit nach § 886 ABGB erfüllt, und nimmt Testamente aus.
Wird eine Signatur später bestritten, sind die Fragen praktisch. Haben Sie unterschrieben? Waren Sie es? Ist das Dokument das, das Sie unterschrieben haben? Bei einer QES gilt nach § 371a ZPO der Anschein der Echtheit der Erklärung, und nur Tatsachen, die ernstliche Zweifel begründen, können ihn erschüttern. Bei einer einfachen oder fortgeschrittenen Signatur gibt es diese Erleichterung nicht, das Gericht würdigt dann alle Beweise im Einzelfall. Ein Dienst, der Ihre E-Mail-Adresse, die Uhrzeit und einen Fingerabdruck der Datei festhält, hilft Ihnen deshalb so sehr wie dem Absender. Das Vertrauensdienstegesetz (VDG) regelt in Deutschland übrigens unter anderem die Aufsicht über die Anbieter solcher Dienste, nicht die Wirkung Ihrer Unterschrift.
Weiter geht es mit unseren Leitfäden zur Frage, was eine elektronische Signatur vor Gericht belastbar macht, und zur qualifizierten Signatur.
Sie verschicken selbst Dokumente?
Chaindoc deckt die andere Seite dieses Leitfadens ab: Datei hochladen, Felder platzieren, Unterzeichner per E-Mail einladen und jede Anfrage verfolgen. Der Fingerabdruck der Datei wird beim Hochladen berechnet, und der Nachweis jedes Unterzeichners wird auf der Blockchain festgehalten, sobald die Unterschrift abgeschlossen ist.
So funktioniert das SignierenNach dem digitalen Unterschreiben eine Kopie behalten
Ihre Kopie ist Ihr Beweis. Im Streitfall wollen Sie Ihre eigene Datei haben, nicht das Versprechen, dass die des Absenders identisch sei.
Laden Sie zwei Dinge herunter: das signierte Dokument und den Nachweis, der dazugehört. Die Dienste nennen ihn verschieden (Abschlusszertifikat, Audit-Trail, Verlaufsseite); er listet auf, wer wann und von welcher E-Mail-Adresse unterschrieben hat. In Chaindoc stehen beide bereit, sobald alle unterschrieben haben, und das Abschlusszertifikat trägt den Hash des Dokuments, sodass Sie später zeigen können, dass die Datei unverändert ist.
Bewahren Sie die Datei genau so auf, wie Sie sie heruntergeladen haben. Wer sie in ein PDF druckt oder durch einen Konverter schickt, erzeugt eine neue Datei, die gleich aussieht und keine Signaturdaten trägt. Eine Kopie, die sich nicht mehr prüfen lässt, zeigt die Unterschrift nur noch als Bild. Dazu passt der Gedanke hinter § 126b BGB: Eine Erklärung soll auf einem Datenträger liegen, der sie unverändert wiedergeben kann.
Ein signiertes PDF prüfen Sie später in einem PDF-Programm, das den Signaturstatus anzeigt, oder in unserem Prüfdienst für PDF-Signaturen, der Sie bittet, Ihre E-Mail-Adresse zu bestätigen, bevor er den Bericht zeigt.
Eine fremde Anfrage zu unterschreiben kostet Sie nichts
Sie fragen sich, ob Sie ein Dokument kostenlos digital unterschreiben können? Wer Ihnen eine Anfrage schickt, hat sie bereits bezahlt. DocuSign erklärt, dass Sie für ein über DocuSign verschicktes Dokument kein Konto brauchen und dass das elektronische Signieren mit seinem eSignature-Dienst immer kostenlos ist. In aller Regel beginnt das Bezahlen erst, wenn Sie selbst Dokumente verschicken.
Wenn Sie so nicht unterschreiben können oder sollten
Manchmal ist es richtig, innezuhalten, bevor Sie ein Dokument digital unterschreiben. Die üblichen Fälle:
- Der Link ist abgelaufen. Links verfallen aus Sicherheitsgründen. Bitten Sie den Absender, ihn neu zu senden.
- Name oder E-Mail-Adresse in der Anfrage sind falsch. Der Absender kann den Empfänger meist ändern; in Chaindoc geht das, bis alle unterschrieben haben.
- Sie wollen eine Änderung am Text. Lehnen Sie mit Begründung ab oder schreiben Sie dem Absender, bevor Sie die Signaturseite öffnen. Ändern Sie keinen Anhang heimlich und schicken ihn zurück, als wäre nichts gewesen.
- Jemand anderes soll unterschreiben, etwa Ihre Chefin. Adobe Acrobat Sign hat eine Delegieren-Option, wo der Absender sie erlaubt; sonst sagen Sie dem Absender, wer der richtige Unterzeichner ist.
- Es wird eine Identitätsprüfung verlangt. Das entscheidet der Absender bei Dokumenten, bei denen mehr auf dem Spiel steht. In Chaindoc ist eine Identitätsprüfung für jeden Unterzeichner optional, und für eine Standardsignatur genügt die Bestätigung der E-Mail-Adresse.
- Der Absender verlangt eine qualifizierte elektronische Signatur. Sie melden sich mit einer nationalen eID oder einem Zertifikat an. Im qualifizierten Ablauf von Chaindoc ist das eine eID wie Smart-ID, Mobile-ID, ID Austria, itsme oder Chave Móvel Digital, und das Zertifikat stammt von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter, nicht von Chaindoc.
- Das Gesetz lässt die elektronische Form nicht zu. Eine Kündigung im Arbeitsverhältnis (§ 623 BGB), eine Bürgschaft (§ 766 BGB) oder ein Grundstückskaufvertrag, der notariell beurkundet werden muss (§ 311b BGB): Hier hilft kein Klick, es bleibt bei Papier oder Beurkundung.
- Sie unterschreiben lieber auf Papier. Das ist erlaubt. Sagen Sie es früh.
Fairer Hinweis: Ablehnen ist nicht folgenlos. Meist beendet es die Runde für alle, deshalb ist eine kurze Nachricht vorab oft freundlicher als der Button.
Bevor Sie einen Vertrag digital unterschreiben: die Checkliste
Vor dem letzten Klick müssen alle sieben Punkte stimmen:
- 1.Ich habe diese Anfrage erwartet oder beim Absender bestätigt.
- 2.Ich habe sie über die Seite des Dienstes oder einen vertrauten Link geöffnet.
- 3.Ich weiß, wozu ich auf dem Zustimmungsbildschirm Ja gesagt habe.
- 4.Ich habe jede Seite gelesen und alles, worauf das Dokument verweist.
- 5.Mein Name und jede Zahl stimmen, kein Feld bleibt für später offen.
- 6.Ich bin die richtige Person, und eine elektronische Unterschrift passt zu diesem Dokument.
- 7.Ich lade Kopie und Nachweis herunter, sobald sie fertig sind.
Siebenmal Ja, dann abschließen. So können Sie einen Vertrag digital unterschreiben, ohne es später zu bereuen.
Für diesen Leitfaden geprüfte Quellen
Stand der Quellen: 14. Oktober 2026. Hilfeseiten von Anbietern beschreiben das jeweilige Produkt und können sich ohne Ankündigung ändern.
- 1.BGB § 126a, elektronische Form · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deNamenszusatz und qualifizierte elektronische Signatur, damit die elektronische Form die gesetzliche Schriftform ersetzt; geprüft am 14.10.2026
- 2.BGB § 126, Schriftform · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deAbsatz 3: Die elektronische Form kann die Schriftform ersetzen, wenn sich aus dem Gesetz nichts anderes ergibt; geprüft am 14.10.2026
- 3.BGB § 126b, Textform · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deLesbare Erklärung mit Namen auf einem dauerhaften Datenträger; geprüft am 14.10.2026
- 4.BGB § 127, vereinbarte Form · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deAbsatz 2: telekommunikative Übermittlung genügt im Zweifel; Absatz 3: bei vereinbarter elektronischer Form genügt eine andere elektronische Signatur; geprüft am 14.10.2026
- 5.BGB § 623, Schriftform der Kündigung · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deKündigung und Auflösungsvertrag im Arbeitsverhältnis: Schriftform, elektronische Form ausgeschlossen; geprüft am 14.10.2026
- 6.BGB § 766, Schriftform der Bürgschaftserklärung · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deSatz 2: Erteilung in elektronischer Form ausgeschlossen; geprüft am 14.10.2026
- 7.BGB § 311b, Verträge über Grundstücke · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deAbsatz 1: Ein Grundstückskaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung; geprüft am 14.10.2026
- 8.ZPO § 371a, Beweiskraft elektronischer Dokumente · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deAnschein der Echtheit bei qualifizierter elektronischer Signatur; geprüft am 14.10.2026
- 9.Vertrauensdienstegesetz (VDG) · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deAufsicht und Pflichten der Vertrauensdiensteanbieter in Deutschland; geprüft am 14.10.2026
- 10.Signatur- und Vertrauensdienstegesetz (SVG), § 4 Rechtswirkungen · Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), ÖsterreichQualifizierte Signatur erfüllt die Schriftlichkeit nach § 886 ABGB; Testamente ausgenommen; geprüft am 14.10.2026
- 11.Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS) · EUR-LexArtikel 25 (Rechtswirkung elektronischer Signaturen) und Artikel 26 (Anforderungen an fortgeschrittene Signaturen); geprüft am 14.10.2026
- 12.Safety alerts and updates · DocuSignSeite auf Englisch. Warnungen vom 22. Mai und 20. August 2026: Zugriff über "Access Documents" mit dem Sicherheitscode, keine Links anklicken, Weiterleitung an verify@docusign.com; geprüft am 14.10.2026
- 13.Uptake in phishing activity observed · DocuSignSeite auf Englisch. Kampagne vom Juli 2023 aus DocuSign-Demokonten mit abgeschlossenen Dokumenten im Anhang; geprüft am 14.10.2026
- 14.Sign documents online for free · DocuSignSeite auf Englisch. Kein DocuSign-Konto nötig für ein über DocuSign verschicktes Dokument; Signieren ist kostenlos; geprüft am 14.10.2026
- 15.Kostenlose elektronische Signatur · DocuSignDas elektronische Signieren ist immer kostenlos; für das Fertigstellen von Dokumenten ist kein Konto nötig; geprüft am 14.10.2026
- 16.Umschläge in Docusign löschen oder stornieren · DocuSignAblehnen durch Unterzeichner, Stornieren durch den Absender; bereits gesammelte Unterschriften werden ungültig; geprüft am 14.10.2026
- 17.Unterschriftsanfragen senden und Dokumente mit E-Signatur unterzeichnen · Google Docs-Editoren-HilfeSchritte für Unterzeichner, Ablehnen, die fertige PDF mit Audit-Trail-Seite; geprüft am 14.10.2026
- 18.Hinzufügen oder Entfernen einer digitalen Signatur für Microsoft 365-Dateien · Microsoft SupportSignaturzertifikat nötig, Signaturzeile signieren, Dokument danach schreibgeschützt; geprüft am 14.10.2026
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Chaindoc und sicheren Dokumenten-Workflows.
Suchen Sie zuerst nach einem Button zum Prüfen oder Signieren. Gibt es einen, kommt die Mail von einem Signaturdienst: Öffnen Sie sie, stimmen Sie der elektronischen Unterschrift zu, füllen Sie die markierten Felder aus, schließen Sie ab und laden Sie Ihre Kopie herunter. Ist es nur ein Anhang, unterschreiben Sie das PDF mit einem Ausfüll-und-Signier-Tool oder die Word-Datei mit einer Signaturzeile, speichern sie und antworten mit der signierten Datei im selben Mailverlauf. In beiden Fällen gilt: erst den Absender prüfen, dann klicken.
Nein, nicht für ein Dokument, das über DocuSign zu Ihnen kam. Auf der Seite für Unterzeichner schreibt DocuSign, dass Sie über den Link in der Mail ohne Konto unterschreiben und danach, wenn Sie möchten, eines anlegen können. Ein eigenes kostenloses Konto brauchen Sie erst, wenn Sie ein Dokument hochladen und unterschreiben wollen, das nicht über DocuSign kam.
Wenn Ihnen jemand eine Anfrage schickt, nicht: Der Tarif des Absenders trägt die Kosten, und DocuSign sagt, das elektronische Signieren mit seinem eSignature-Dienst sei immer kostenlos. Geld wird erst fällig, wenn Sie selbst Dokumente zur Unterschrift verschicken. Der Free-Tarif von Chaindoc enthält zum Beispiel fünf Signaturen pro Monat und braucht keine Karte.
Haben Sie eine eSignature-Anfrage von Google Docs bekommen, öffnen Sie den Link in der Mail, klicken die farbigen Felder an, die für Sie markiert sind, füllen Textfelder aus und wählen dann "Als erledigt markieren" und "Zustimmen und fortfahren". Haben alle unterschrieben, erzeugt Google ein fertiges PDF mit einer Audit-Trail-Seite am Ende. Wurde nur ein gewöhnliches Doc geteilt, gibt es darin nichts zu unterschreiben. Bitten Sie dann um eine eSignature-Anfrage, oder laden Sie es als PDF herunter und unterschreiben Sie dieses.
Nicht allein. Mit dem Abschluss wird Ihre Signatur im Dokument festgeschrieben, und der Absender erfährt davon. Haben Sie die falsche Fassung unterschrieben oder einen Fehler bemerkt, melden Sie sich sofort beim Absender: Er kann die Runde abbrechen oder stornieren und ein korrigiertes Dokument senden, das alle erneut unterschreiben. Bei DocuSign werden mit dem Stornieren eines Umschlags die bereits gesammelten Unterschriften ungültig. Bei Chaindoc kann der Absender eine Anfrage abbrechen, bis jeder Unterzeichner fertig ist.
Weitere Leitfäden zu E-Signaturen und Blockchain
Praxisnahe Leitfäden zu elektronischen Signaturen, Blockchain-Audit-Trails und sicherer Dokumentenverwaltung — passend zum gerade gelesenen Artikel.


