So richten Sie einen Freigabeworkflow für Verträge mit Teamrollen in Chaindoc ein
Freigabeworkflow aufsetzen: wer einen Vertrag sieht, wer ihn freigibt und wer unterschreibt, geregelt mit Teamrollen, Freigabewegen und einem Protokoll.

Unterschreiben Sie ein Dokument und prüfen Sie den Nachweis selbst.
Jetzt startenDer Freigabeworkflow in einem Absatz
Ein Freigabeworkflow ist der Weg, den ein Vertrag vom Entwurf bis zur Unterschrift nimmt: Wer darf ihn öffnen, wer muss ihn freigeben, in welcher Reihenfolge, und welche Spur bleibt zurück? Das Vier-Augen-Prinzip ist die Grundregel dahinter, denn mindestens eine zweite Person schaut hin, bevor etwas gilt. In Chaindoc ruht der Ablauf auf zwei Einstellungen. Rollen bestimmen, wer im Team ein Dokument sieht und bearbeitet. Im Business-Tarif legt ein Freigabeweg fest, in welcher Reihenfolge freigegeben und unterschrieben wird. Alles andere, von der ersten Einladung bis zum Protokoll, hängt daran. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie beides mit der Chaindoc-Teamverwaltung einrichten, was jeder Tarif enthält und wo größere Werkzeuge wie SharePoint weiter gehen.
Wer einen Vertrag vor der Freigabe sehen darf
Die meisten Probleme in einem Freigabeworkflow beginnen vor der Freigabe. Ein Entwurf landet auf dem gemeinsamen Laufwerk, der Link wandert weiter, und bis die Rechtsabteilung ihn öffnet, haben ihn fünf Leute gelesen und zwei bearbeitet.
In vielen Werkzeugen ist das die Voreinstellung. In Google Drive darf jeder, den Sie zum Bearbeiter machen, die Datei teilen und ihre Berechtigungen ändern, solange der Eigentümer das nicht abschaltet, und was Sie für einen Ordner vergeben, gilt für jede Datei darin (Google Drive Hilfe). Praktisch für eine Präsentation. Weniger praktisch für einen Liefervertrag, in dem Ihre Margen stehen.
Der Dokumentenzugriff läuft in Chaindoc auf zwei Ebenen, dazu kommt eine dritte für Entwickler:
- Arbeitsbereich. Jeder Nutzer hat einen persönlichen Arbeitsbereich, Team-Tarife bringen einen gemeinsamen dazu. Beide überschneiden sich nicht: Ein Entwurf im persönlichen Bereich bleibt für das Team unsichtbar. Verträge des Teams gehören in den gemeinsamen Arbeitsbereich.
- Rolle. Im gemeinsamen Arbeitsbereich richtet sich nach der Rolle, was jemand mit einem Dokument tun darf (ansehen, bearbeiten, freigeben, unterschreiben), und nicht nach einem weitergeleiteten Link.
- Über die Chaindoc-API, die den Business-Tarif voraussetzt, trägt jedes Dokument einen Zugriffstyp: privat (private), öffentlich (public) oder eingeschränkt (restricted). Bei einem eingeschränkten Dokument stehen die Personen, die es öffnen dürfen, per E-Mail-Adresse in einer Liste, jeweils mit einer Stufe wie read.
Unsere Faustregel: Geben Sie den Entwurf denen, die ihn vor der Freigabe lesen müssen, nicht allen, die ihn gern sehen würden. Den Kreis können Sie nach der Unterschrift erweitern. Zurückholen lässt er sich nicht mehr, sobald jemand die Datei heruntergeladen hat. Bei Verträgen mit personenbezogenen Daten ist das mehr als Höflichkeit, dazu unten mehr bei Art. 25 und 32 DSGVO.
Eine ehrliche Grenze: Dateien laufen über TLS, aber es gibt keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die Server von Chaindoc können also lesen, was sie verarbeiten. Innerhalb Ihres Unternehmens sorgen Rollen dafür, dass ein Vertrag nur vor den richtigen Augen liegt.
Rollenbasierte Zugriffskontrolle in Chaindoc: vier Rollen und eigene
Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) hängt Berechtigungen an eine Rolle und gibt den Menschen dann die Rolle. Das NIST-Glossar beschreibt sie als Zugriffskontrolle auf Grundlage von Benutzerrollen, eine Rolle ist dabei eine Sammlung von Zugriffsberechtigungen. Im Büroalltag heißt das meist Berechtigungskonzept: wer darf was an welchem Dokument. Wechselt jemand die Aufgabe, ändern Sie eine Rolle, und der Zugriff zieht mit.
Die Teamverwaltung von Chaindoc bringt vier eingebaute Rollen mit, die Zugriffshälfte jedes Freigabeworkflows:
- Owner: volle Rechte an Dokumenten plus die Admin-Funktionen des Teams. Meist die Gründerin oder wer das Budget verantwortet.
- Admin: verwaltet Nutzer und behält die Workflows im Blick. Typischerweise die Leitung Operations oder das Office-Management.
- Member: liest und bearbeitet im Rahmen der Rechte, die die Rolle erlaubt. Hier sitzt der Großteil Ihres Teams.
- Accounter: sieht die finanzielle und analytische Seite von Dokumenten. Denken Sie an die Buchhaltung oder den externen Steuerberater.
Jede eingebaute Rolle lässt sich anpassen, und eigene Rollen legen Sie beliebig viele an, mit jeder Kombination von Berechtigungen. Zwei sehen wir oft: eine juristische Prüfrolle, die Verträge ansehen und freigeben, aber nicht versenden darf, und eine Vertriebsrolle, die entwirft und versendet, aber nie freigibt. Änderungen im Rollen-Tab gelten sofort für alle aktiven Workflows.
Reichen vier Rollen? Für ein Team von fünf bis fünfzig Leuten meistens ja. Unternehmenssuiten bieten längere Auswahllisten. Nach unserer Erfahrung brauchen kleine Teams sie selten, und jede zusätzliche Rolle ist eine mehr, die jemand jedes Quartal prüfen muss.

Zwei Personen, eine Fassung. Bei einem Freigabeworkflow geht es vor allem darum, wer den Entwurf sieht und wer ihn abnimmt.
Vier-Augen-Prinzip und Funktionstrennung im Freigabeworkflow
Das Vier-Augen-Prinzip verlangt, dass zwei Personen beteiligt sind, bevor etwas Wichtiges gilt: eine Zahlung, die Änderung eines Datensatzes, ein Vertrag. Prüfer sprechen allgemeiner von Funktionstrennung (englisch: separation of duties). Die Definition des NIST ist unmissverständlich: Kein Nutzer soll so viele Rechte erhalten, dass er das System allein missbrauchen kann (NIST-Glossar). Derselbe Eintrag unterscheidet zwei Arten. Statische Funktionstrennung heißt, dass unvereinbare Rollen nie bei einer Person landen. Dynamische greift im Moment der Handlung, das klassische Beispiel ist die Zwei-Personen-Regel.
Im deutschen Alltag ist das längst gelebte Praxis. Die GoBD gelten für steuerlich relevante Unterlagen, nicht für jeden Vertrag, aber sie zeigen, was Prüfer erwarten: Im Abschnitt zum internen Kontrollsystem nennen sie als Beispiele Zugriffsberechtigungskontrollen und Funktionstrennungen. Für börsennotierte Aktiengesellschaften verlangt § 91 Abs. 3 AktG ein angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem. Und auch kleine Firmen kennen die Mechanik: Die Unterschriftenregelung legt fest, wer bis zu welchem Betrag zeichnet, und bei einer Gesamtprokura (§ 48 Abs. 2 HGB) unterschreiben mehrere Personen gemeinsam. Ein Freigabeworkflow bildet solche Regeln im Dokument ab, statt sie im Kopf der Geschäftsführung zu lassen.
Für ein Vertragsteam heißt das drei Gewohnheiten:
- 1.Wer einen Vertrag entwirft, gibt ihn nicht selbst frei.
- 2.Große Verträge tragen zwischen Entwurf und Unterschrift mehr als einen Namen.
- 3.Die Finanzabteilung sieht, was ein Vertrag wert ist, kann ihn aber nicht umschreiben.
Dafür braucht es keine Spezialsoftware. Es braucht jemanden, der entscheidet, und ein Werkzeug, das sich die Entscheidung merkt.
Need-to-know, in einfachen Worten
Das NIST beschreibt in SP 800-12 das Prinzip der minimalen Rechte (Least Privilege) so: Jeder Nutzer bekommt nur den Zugriff, den er für seine Aufgaben braucht. In Chaindoc heißt das: Member ist der Standard, Admin die Ausnahme, Owner gehört ein bis zwei Personen. Ehrlich gesagt machen die meisten kleinen Teams es umgekehrt: Die ersten fünf Leute werden alle Admin, weil es schneller ging, und niemand schaut je wieder hin.
Wo der Freigabeweg im Freigabeworkflow sitzt
Rollen decken die statische Hälfte ab, der Freigabeweg die dynamische. Eine normale Signaturanfrage in Chaindoc lädt alle Empfänger gleichzeitig ein, wer sie zuerst öffnet, unterschreibt zuerst. Im Business-Tarif legt ein Freigabeweg stattdessen die Reihenfolge fest: Die nächste Person bekommt das Dokument erst, wenn die vorige gehandelt hat. Erst die Rechtsabteilung, dann die Finanzleitung, dann die Geschäftsführung. Sagt Ihre Richtlinie, dass Verträge ab einem bestimmten Wert die Finanzleitung brauchen, halten Sie die Regel schriftlich fest und lassen Sie die versendende Person den passenden Weg wählen. Ein Freigabeweg legt die Reihenfolge fest, keine Wertgrenzen.
Freigabeworkflow in Chaindoc einrichten
Sieben Schritte führen ein Team von null Struktur zu einem Freigabeworkflow mit fester Reihenfolge und Protokoll. Die Schritte eins bis fünf sind einmalige Einrichtung.
Einen Tarif mit Teamfunktion wählen
Rollen und der gemeinsame Arbeitsbereich gehören zu Team und Business. Freigabewege mit fester Reihenfolge brauchen Business. Wenn Sie vorerst nur Zugriffskontrolle brauchen, starten Sie mit Team.
Eine Berechtigungskonzept-Vorlage auf einer Seite anlegen
Dafür genügt eine Seite: Vertragsarten in den Zeilen, dann Entwerfer, Freigeber und Unterzeichner in den Spalten. Liefervereinbarungen, NDAs, Lieferantenverträge, Arbeitsverträge. Taucht in einer Zeile in allen drei Spalten derselbe Name auf, ist das Ihr erstes Problem.
Das Team mit der passenden Rolle einladen
Öffnen Sie in den Einstellungen den Team-Tab, klicken Sie auf Invite Member, tragen Sie die E-Mail-Adresse ein und wählen Sie eine Rolle. Die Einladung geht sofort raus. Offene Einladungen bleiben sichtbar, und Sie können sie erneut senden oder zurückziehen, bis sie angenommen sind.
Eigene Rollen für die Lücken anlegen
Legen Sie im Rollen-Tab die Rollen an, die Ihre Seite aus Schritt zwei braucht, etwa eine juristische Prüfrolle, die ansieht und freigibt, oder eine Vertriebsrolle, die entwirft und versendet. Änderungen gelten sofort.
Einen Freigabeweg für Verträge einrichten, die das Vier-Augen-Prinzip brauchen
Im Business-Tarif legen Sie die Reihenfolge einmal fest: wer zuerst freigibt, wer danach, wer zuletzt unterschreibt. Halten Sie die Wege knapp und benennen Sie sie nach der Vertragsart, damit die versendende Person nie raten muss. Ein verbreiteter Fehler ist ein Weg pro Person. Er bricht beim ersten Urlaub zusammen.
Veröffentlichen und versenden
Mit dem Veröffentlichen steht die Version fest, ihr Hash geht auf die Blockchain. Danach lädt der Versand zur Unterschrift bis zu 10 Empfänger pro Anfrage ein, alle auf einmal oder in der Reihenfolge Ihres Wegs. Für Unterzeichner, die Sie nicht kennen, kommen optionale Identitätsprüfungen dazu.
Zugriffe jedes Quartal prüfen
Stufen Sie Rollen herunter, die niemand braucht, und entfernen Sie Ausgeschiedene von Hand, denn eine automatische Provisionierung gibt es nicht. Die französische Datenschutzbehörde CNIL empfiehlt, Zugriffsrechte zu entziehen, sobald sie nicht mehr gerechtfertigt sind, und sie mindestens einmal im Jahr zu überprüfen. Ein guter Brauch, nicht nur in Frankreich.
Der Entwerfer gibt seinen eigenen Vertrag nicht frei
Das häufigste Loch im Vier-Augen-Prinzip eines Freigabeworkflows ist nicht technisch. Es ist eine einzelne Person, deren Rolle erlaubt, denselben Vertrag zu entwerfen, freizugeben und zu versenden, meist weil sie der erste Admin war und niemand etwas geändert hat. Prüfen Sie zuerst Ihre Admins. Stellen Sie dann sicher, dass jeder Freigabeweg mindestens einen Namen enthält, der das Dokument nicht geschrieben hat. In einem Zweierteam geht das auch: Vereinbaren Sie, dass die andere Person freigibt, und halten Sie sich daran.
Welcher Tarif für den Freigabeworkflow nötig ist
Rollen und der gemeinsame Arbeitsbereich, die Zugriffsseite eines Freigabeworkflows, beginnen im Team-Tarif. Die feste Reihenfolge braucht Business, ebenso der API-Zugriff. Die Zahlen unten stammen aus den Chaindoc-Tarifen, wie sie am 20. September 2026 veröffentlicht waren, die Preisseite nennt die aktuellen. Wenn Sie Freigabeprozess-Software nach dem Preis vergleichen, zählen Sie die Plätze mit: Jedes zusätzliche Teammitglied kostet in beiden Team-Tarifen 19 € im Monat extra.
Eine Zahl fehlt mit Absicht. Das monatliche Signaturkontingent des Team-Tarifs zeigt auf der Tarifkarte einen Wert und in der Konfiguration des Tarifs einen anderen. Wir überlassen es deshalb der Preisseite, statt den falschen zu drucken.
Chaindoc-Tarife für einen Freigabeworkflow (geprüft am 20.09.2026)
| Was Sie brauchen | Free | Personal | Team | Business |
|---|---|---|---|---|
Preis | 0 €, dauerhaft, ohne Karte | 9 € pro Monat bei monatlicher Zahlung oder 86 € pro Jahr bei jährlicher Zahlung | 19 € pro Monat bei monatlicher Zahlung oder 182 € pro Jahr bei jährlicher Zahlung | 29 € pro Monat bei monatlicher Zahlung oder 278 € pro Jahr bei jährlicher Zahlung |
Nutzer | 1 | 1 | Zusätzliche Mitglieder kosten je 19 € im Monat extra | Zusätzliche Mitglieder kosten je 19 € im Monat extra |
Gemeinsamer Team-Arbeitsbereich und Rollen | Nein | Nein | Ja | Ja |
Feste Unterschriftsreihenfolge über Freigabewege | Nein | Nein | Nein | Ja |
Signaturen pro Monat | 5 | 15 | Siehe Preisseite | 100 |
API-Schlüssel, einschließlich Dokumentzugriffsrechten | Nein | Nein | Auf Anfrage | Ja |
Optionale KYC-Identitätsprüfungen pro Monat | Keine | 1 | 5 | 10 |
Single Sign-on (SSO) oder SCIM-Provisionierung | Nein | Nein | Nein | Nein |
Geben Sie jedem im Team den passenden Zugriff
Laden Sie Ihr Team ein, vergeben Sie Rollen und halten Sie jeden Vertrag vom ersten Entwurf bis zur letzten Unterschrift bei den richtigen Personen.
Teamverwaltung ansehenWas nach der Unterschrift im Protokoll steht
Ein Freigabeworkflow nützt nur, wenn sich später zeigen lässt, wer was freigegeben hat. Chaindoc hält den Nachweis an zwei Stellen, und sie haben verschiedene Aufgaben.
Das Protokoll (Audit Trail) ist das anwendungseigene Ereignisprotokoll des Dokuments. Seine Einträge sind per Hash verkettet, ein fehlender oder geänderter Eintrag bricht die Kette also. Sie können es als PDF exportieren, und für die signierte Datei gibt es einen eigenen Verifizierungsbericht als PDF. Haben Sie eine Identitätsprüfung genutzt, landet auch ihr Ergebnis im Protokoll.
Die Blockchain hält zwei Momente fest: den Hash der Version beim Veröffentlichen und den Nachweis jedes Unterzeichners, wenn die Unterschrift abgeschlossen ist. Gegen diesen Hash prüft eine spätere Verifizierung die Datei.
In der Praxis kommen die meisten Meinungsverschiedenheiten nie bis zur Kette. Sie erledigen sich mit einem lesbaren Protokoll darüber, wer was getan hat, und deshalb zählt der PDF-Export im Alltag mehr. Was Betriebsprüfer oder Gerichte erfahrungsgemäß sehen wollen, steht in wie ein E-Signatur-Protokoll einer Prüfung standhält.
Was auf die Blockchain kommt und was nicht
Der Server bildet beim Hochladen den Hash Ihrer Datei. Beim Veröffentlichen einer Version wird deren Hash in die Blockchain geschrieben, und der Nachweis jedes Unterzeichners wird festgehalten, wenn die Unterschrift abgeschlossen ist. Mehr nicht. Namen, E-Mail-Adressen und der Verlauf, wer was getan hat, bleiben im Protokoll von Chaindoc und nicht on-chain. Die Trennung ist gewollt: Die Kette belegt, dass sich die Datei nicht geändert hat, das Protokoll erklärt, wer was damit gemacht hat.
Freigaben in SharePoint, DocuSign und Google Drive
Bevor Sie Dokumentenfreigabe-Software anschaffen, lohnt ein Blick auf das, was Sie schon haben. Viele Teams führen einen Freigabeworkflow längst in einem Werkzeug, das sie besitzen, oder glauben es zumindest. Das leisten die drei gängigsten.
SharePoint und Power Automate
Ein SharePoint-Freigabeworkflow ist meist ein Power-Automate-Flow. Microsofts Anleitung baut ihn um die Aktion "Genehmigungen - Starten und auf eine Genehmigung warten" auf, und Genehmigende antworten aus dem Posteingang, dem Genehmigungscenter oder der mobilen App (Microsoft Learn). Sequenzielle und parallele Genehmigungen haben jeweils eine eigene Anleitung, und Gäste von außerhalb des Unternehmens können über Microsoft Entra genehmigen. Der Haken: Den Flow bauen und pflegen Sie selbst, und die Anleitung sagt klar, dass die Sicherheit außerhalb ihres Geltungsbereichs liegt. Wer schon ein Dokumentenmanagementsystem wie DATEV DMS oder d.velop nutzt, sollte zuerst dort nachsehen, was es an Freigaben bietet. Wir vergleichen es hier nicht.
DocuSign
Wer nach DocuSign Berechtigungen sucht, landet meist bei den drei Standard-Berechtigungsprofilen: DS Admin, DS Sender und DS Viewer. DocuSign beschreibt außerdem in seinem Support-Center einen internen Freigabeworkflow. Ein Freigabeworkflow in DocuSign ist also eine Konfigurationsaufgabe in einem Konto, das Sie vielleicht schon bezahlen.
Google Drive
Google Drive Freigabe-Berechtigungen bestehen aus drei Rollen: Betrachter, Kommentator und Bearbeiter. Sie bestimmen, wer eine Datei öffnen, kommentieren und ändern darf. Wer sie abnimmt und wer sie unterschreibt, ist eine andere Frage, die Sie anderswo beantworten.
Wo die anderen voraus sind: Power Automate kann eine Freigabe an fast jede Bedingung knüpfen und über SharePoint, Dynamics 365 oder Salesforce hinweg laufen lassen, und Genehmigende in Microsoft 365 nutzen die Firmenkonten, mit denen sie sich ohnehin anmelden. Chaindoc hat weder Single Sign-on noch SCIM-Provisionierung. Man meldet sich mit Passwort oder mit einem Google-, GitHub- oder Apple-Konto an, und Ausgeschiedene entfernen Sie von Hand. Was Chaindoc an einem Ort zusammenführt, sind Zugriff, Reihenfolge, Unterschrift und Protokoll für denselben Vertrag.
Ändert die Freigabe die Rechtswirkung der Signatur?
Nein. Artikel 25 Absatz 1 der eIDAS-Verordnung verbietet es, einer elektronischen Signatur vor Gericht allein deshalb die Rechtswirkung abzusprechen, weil sie elektronisch ist. Und wo das Gesetz die Schriftform verlangt, ersetzt die elektronische Form sie nur mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (§ 126a BGB). Beides hängt an der Signatur, nicht an Ihrem Freigabeworkflow. Der ist Governance und kein Teil des Vertragsschlusses. Was er ändert, ist Ihre Lage, wenn später jemand behauptet, der Vertrag sei ohne Vertretungsbefugnis unterschrieben worden.
Zugriff taucht im Recht allerdings zweimal auf. Wer Handelsbriefe aufbewahren muss, muss sie nach § 257 Abs. 3 Nr. 2 HGB während der ganzen Frist verfügbar halten und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar machen können. Zugriffskontrolle wirkt also in beide Richtungen: Halten Sie die fern, die einen Vertrag nicht sehen sollen, und sperren Sie die nicht aus, die ihn sehen müssen. Zu den Fristen lesen Sie wie lange Sie unterschriebene Verträge aufbewahren.
Enthalten Ihre Verträge personenbezogene Daten, verlangt Art. 25 Abs. 2 DSGVO, dass sie durch Voreinstellung nicht einer unbestimmten Zahl von Personen zugänglich gemacht werden, und Art. 32 Abs. 4 DSGVO, dass Personen mit Zugang sie nur auf Weisung des Verantwortlichen verarbeiten. Ein Link, den jeder öffnen kann, verträgt sich schlecht mit beidem. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung für Ihr Unternehmen.
Wo ein Freigabeworkflow in der Praxis scheitert
Dieselben fünf Fehler tauchen immer wieder auf:
- Alle sind Admin. Passiert bei der Einrichtung und bleibt so. Holen Sie es auf eine bis zwei Personen herunter.
- Der Freigabeworkflow für Verträge steckt in einem Kopf. Ist diese Person nicht da, bleiben Verträge liegen oder gehen ungeprüft raus. Schreiben Sie die Wege auf und benennen Sie sie nach Vertragsarten.
- Freigaben laufen per E-Mail. Ein "sieht gut aus" im Verlauf steht nicht im Protokoll, und nach sechs Monaten findet es niemand mehr.
- Ausgeschiedene behalten den Zugriff. Ohne automatische Provisionierung braucht das Offboarding eine Checklistenzeile: aus Chaindoc entfernen.
- Die freigegebene Fassung ist nicht die unterschriebene. Wer nach der Freigabe noch ändert, braucht eine neue veröffentlichte Version und einen neuen Durchlauf durch den Freigabeweg. Der Hash der alten Version liegt bereits auf der Blockchain, genau das, was Sie wollen, wenn jemand fragt, was sich geändert hat.
Beheben Sie diese fünf, dann kümmert sich ein Freigabeworkflow in Chaindoc weitgehend selbst um sich. Rollen halten Entwürfe privat, der Freigabeweg hält die Reihenfolge, und das Protokoll beantwortet die Fragen später.
Geprüfte Quellen für diesen Leitfaden
Wir haben diese Seiten am 14. Oktober 2026 geprüft. Die Tarifangaben von Chaindoc stammen aus der Tarif-API, gelesen am 20. September 2026.
- 1.Separation of Duty (SOD) · NIST Computer Security Resource Center, GlossarKein Nutzer soll allein genug Rechte besitzen, um ein System zu missbrauchen; statische und dynamische Funktionstrennung, Zwei-Personen-Regel
- 2.least privilege · NIST Computer Security Resource Center, GlossarZugriff beschränkt auf das Minimum, das für die zugewiesenen Aufgaben nötig ist (SP 800-12 Rev. 1, SP 800-53 Rev. 5)
- 3.role-based access control · NIST Computer Security Resource Center, GlossarZugriffskontrolle auf Grundlage von Benutzerrollen, eine Rolle ist eine Sammlung von Zugriffsberechtigungen
- 4.SP 800-53 Rev. 5: Security and Privacy Controls for Information Systems and Organizations · NISTMaßnahmenkatalog mit der Familie Zugriffskontrolle: AC-5 Funktionstrennung, AC-6 minimale Rechte
- 5.Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) · EUR-LexArtikel 25 Absatz 2, Datenschutz durch Voreinstellung; Artikel 32 Absatz 4, Zugang nur auf Weisung des Verantwortlichen
- 6.Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS), konsolidierte Fassung vom 18. Oktober 2024 · EUR-LexArtikel 25 Absatz 1 zur Rechtswirkung elektronischer Signaturen
- 7.§ 126a BGB: Elektronische Form · Bundesministerium der Justiz, Gesetze im InternetDie gesetzliche Schriftform wird durch die elektronische Form nur mit qualifizierter elektronischer Signatur ersetzt
- 8.§ 257 HGB: Aufbewahrung von Unterlagen · Bundesministerium der Justiz, Gesetze im InternetAbsatz 3 Nr. 2: aufbewahrte Daten müssen während der Frist verfügbar und innerhalb angemessener Frist lesbar sein
- 9.§ 91 AktG: Organisation; Buchführung · Bundesministerium der Justiz, Gesetze im InternetAbsatz 3: angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem bei börsennotierten Gesellschaften
- 10.§ 48 HGB: Erteilung der Prokura · Bundesministerium der Justiz, Gesetze im InternetAbsatz 2: Gesamtprokura an mehrere Personen gemeinschaftlich
- 11.GoBD: Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff · Bundesministerium der Finanzen, BMF-Schreiben vom 28. November 2019 in der geltenden FassungAbschnitt zum internen Kontrollsystem: Zugriffsberechtigungskontrollen und Funktionstrennungen als Beispiele
- 12.Genehmigungsworkflow mit Power Automate erstellen und testen · Microsoft LearnDie Genehmigungsaktion, wo Genehmigende antworten, sequenzielle und parallele Genehmigungen, Gastgenehmigende
- 13.Dateien in Google Drive freigeben · Google Drive HilfeRollen Betrachter, Kommentator und Bearbeiter; Bearbeiter dürfen standardmäßig freigeben; Ordnerzugriff wird an Dateien vererbt
- 14.Permission Profiles · Docusign Developer CenterDie eSignature-Standardprofile DS Admin, DS Sender und DS Viewer
- 15.Sécurité : Gérer les habilitations · CNILBerechtigungsprofile, die Aufgaben trennen, Freigabe jeder Zugriffsanfrage durch Vorgesetzte, Entzug nicht mehr gerechtfertigter Rechte, mindestens jährliche Überprüfung
- 16.Chaindoc Server SDK · Chaindoc auf GitHubZugriffstypen private, public und restricted; Zugriffsrechte per E-Mail mit einer Stufe wie read aktualisieren
- 17.Chaindoc API reference · ChaindocEndpunkt für Dokumentzugriffsrechte; API-Schlüssel im Business-Tarif
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Chaindoc und sicheren Dokumenten-Workflows.
Das ist der feste Weg, den ein Dokument nimmt, bevor es gilt: Wer entwirft, wer prüft und gibt frei, in welcher Reihenfolge, und wer unterschreibt. Ein guter Freigabeworkflow regelt außerdem, wer das Dokument in jeder Phase sieht, und hält jede Entscheidung fest. In Chaindoc steuern Rollen den Zugriff, und Freigabewege im Business-Tarif steuern die Reihenfolge.
Ein Workflow ist jede Abfolge von Schritten, die ein Dokument durchläuft: Entwurf, Prüfung, Versand, Unterschrift, Ablage. Ein Freigabeprozess für Dokumente ist der Teil davon, in dem jemand mit Befugnis Ja oder Nein sagt. Jeder Freigabeprozess ist ein Workflow, aber viele Workflows, etwa eine Ablageroutine, enthalten gar keine Freigabe.
Die meisten Teams nutzen fünf: Entwurf, interne Prüfung, Freigabe, Unterschrift und Ablage. Die Vertragsverantwortliche entwirft. Eine Prüferin kontrolliert die Konditionen, oft die Rechtsabteilung für den Wortlaut und die Finanzabteilung für die Zahlen. Eine freigabeberechtigte Person gibt ab, und das sollte nicht die sein, die den Vertrag entworfen hat. Dann unterschreiben die Unterzeichner, bei Bedarf in fester Reihenfolge, und die unterschriebene Kopie wird samt Nachweis abgelegt. In Chaindoc braucht die feste Reihenfolge einen Freigabeweg im Business-Tarif, sonst erhalten alle Eingeladenen die Anfrage gleichzeitig.
Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) vergibt Berechtigungen an Rollen statt an einzelne Personen und ordnet dann Menschen den Rollen zu. Bei Dokumenten heißt das: Was Sie mit einem Vertrag tun dürfen, etwa ansehen, bearbeiten, freigeben oder unterschreiben, hängt von Ihrer Rolle im Team ab und nicht davon, wer Ihnen einen Link geschickt hat. Wechselt jemand die Aufgabe, ändern Sie die Rolle, und der Zugriff folgt.
Es ist die Regel, dass zwei Personen beteiligt sein müssen, bevor etwas Wichtiges gilt, etwa eine Zahlung, ein Vertrag oder die Änderung eines Datensatzes. Das NIST nennt die allgemeinere Idee Funktionstrennung: Kein einzelner Nutzer soll genug Rechte haben, um ein System allein zu missbrauchen. Bei Verträgen heißt das meist, dass die Person, die entwirft, nicht die ist, die freigibt.
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